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Ulmer Zelt: Faun


So ganz passte das beinahe tropische Wetter am 1. Juni im Ulmer Zelt nicht zu der im hohen Norden angelegten Thematik von Fauns aktuellem Album “Midgard”. Das minderte die Stimmung allerdings nicht im Geringsten. Was sich wohl sonst noch so ereignete zwischen Erntefesten und Walpurgisnächten?



 

Pünktlich und gut gelaunt trotz der frühsommerlichen Hitze betraten Faun die Bühne des gut gefüllten Ulmer Zelts. Das Publikum war - wie bei Faun üblich - bunt gemischt: von den ganz Kleinen bis hin zu den älteren Generationen waren beinahe alle Altersstufen vertreten. Mal stilecht im Mittelaltergewand, mal im Bandshirt und mal sommerlich in luftigen Kleidern: Faun-Fans lassen sich so gar nicht einordnen. Los ging es mit dem Klassiker “Alba”, der sich laut Sänger Oliver SaTyr Pade im Laufe der Zeit so weit verändert hat, dass sich die Band entschieden hat, den Song neu aufzunehmen. Der Text ist dabei geblieben, nur die Struktur und Melodie ist weniger balladenlastig. Weiter ging es mit “Wind und Geige” - und wer bis dahin noch nicht verzückt im Takt gewippt hat, den packte es spätestens bei “Walpurgisnacht”, als das Publikum zum lauten Mitsingen animiert wurde. Pade und Stefan Groth an der Drehleier versuchten, den Ulmern Fruchtbarkeitsrituale mit Brunftschreien näher zu bringen, um das Zelt eine “humide Lustgrotte” zu verwandeln. Ob ihnen das gelang, bleibt fraglich, allerdings wurde begeistert zum Refrain gejohlt.

Etwas weniger hitzig ging es weiter mit der “Nacht des Nordens”, gefolgt von einer Mischung aus altbekannten und aktuellen Liedern aus dem Repertoire der Band. Nicht nur bewandert in verschiedensten Mythologien zeigen Faun auch sprachliche Diversität, wie mit dem Lied “Pearl” von dem Album “Eden”, in welchem ein Auszug aus James Clarence Mangans Gedicht  "And Then No More" vertont wurde. Ein weiterer Höhepunkt der Intertextualität zeigte sich nach “Die blaue Stunde”, als “Odin” angestimmt wurde.

Aufgenommen mit der norwegischen Band Wardruna und deren Frontmann Einar Selvik, dessen Gesang eingespielt wurde, beinhaltet das Stück Verse aus dem “Hávamál”, der Rede des Hohen in der nordischen Edda, in der sich Odin direkt an den Leser wendet. Vom hohen Norden ging es direkt nach Schottland, mit  der “Rabenballade” - und zurück zur nordischen Mythologie mit “Iduna”, der Göttin deren goldene Äpfel von einem Riesen gestohlen wurden. Ein Stück später zeigten Faun, wie gut sie die altertümlichen Instrumente wie Drehleier, Nyckelharpa, Sackpfeifen, Percussions und eine große Auswahl verschiedener Flöten beherrschen, bevor sie sich zum ersten Mal von der Bühne verabschiedeten.

Die lauten Zugabe-Rufe der Zuschauer wurden bald erhört, passenderweise mit “Wenn wir uns wiedersehen”. Leider konnte der Songwunsch einer Dame im Publikum, die nach “Tanz mit mir” verlangte, nicht erfüllt werden. Faun hatten das Lied 2013 zusammen mit Santiano für das Album “Von den Elben” eingespielt. Stattdessen gab des “Hymn to Pan”, passend zum Bandnamen. Zum Abschluss wurde “Diese kalte Nacht” gespielt, was - wie zurecht von Pade behauptet - einiges an Fantasie verlangte, da diese Nacht alles andere als kalt war.

Um 22 Uhr war dann Schluss im Zelt und für das Publikum Zeit, von der Welt vergangener Mythen zurück in die Realität zu kehren - und vielleicht hat so mancher wirklich einen Teil von sich selbst gefunden, so wie es Pade versucht hat zu übermitteln. Ein Besuch bei Faun? In jedem Fall lohnenswert, wenn sich die Münchener mal wieder in die Region verirren.

Weitere Bilder vom Konzert findet ihr hier in unserer Galerie.

Bild: Michael Vogt

Veröffentlicht in den Kategorien:Kultur, Musik und Region
Tags: Konzert, Faun, Ulmer Zelt

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