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Neues Geschütz im alten Fort


Das Fort Oberer Kuhberg der Bundesfestung Ulm ist um eine Attraktion reicher: Seit Freitag, 8. Juli, kann dort ein originalgetreu rekonstruiertes sogenanntes "Sechspfündergeschütz" bestaunt werden.

Das Sechspfünder-Geschütz

 

Acht Jahre dauerte es vom Beginn der ersten Planungen bis zur Ausstellungseröffnung: Im Jahr 2008 beschloss der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. die Rekonstruktion einer Kanone zu Ausstellungszwecken. Eine Rekonstruktion deshalb, da Originalgeschütze aus dieser Zeit nicht mehr erhalten sind – zumeist wurden sie zur Herstellung von technisch verbesserten Waffen eingeschmolzen. Zu Beginn standen erst einmal umfangreiche Recherchen an, dabei galt es auch festzustellen, welche Art von Geschützen zur Bauzeit der Festung verwendet wurden. Im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt stieß man nach einem Tipp des Museumsleiters schließlich auf ein Modell eines Sechspfünder-Geschützes aus dem Jahr 1848. Forschungen ergaben, dass dieses Geschütz auch in der Bundesfestung Ulm verwendet wurde, genauer hatte man damals 36 Geschützrohre und 45 Lafetten von diesem Typ auf Lager.

Markus Staigmüller, Leiter des Projektes, investierte alleine über 1000 Stunden mit der Erstellung von 3D-Modellen der einzelnen Bauteile am Computer. Den Guss der jeweils 830 kg schweren Rohre (es wurden zwei angefertigt) übernahm die Eisengießerei Nehr & Saurer aus Göppingen, die Fertigung der einzelnen Eichenholz-Bauteile die Schreinerei Junginger aus Neenstetten. Die Metallbeschläge wurden von der Firma Blech & Technik aus Vöhringen angefertigt, das Verzinken der Teile übernahm dann die Metallveredelung Krämer aus Söflingen als Sachspende an den Verein. Zusammengebaut wurde das Geschütz dann in Staigmüllers Werkstatt und zwischen Dezember 2014 und Mai 2016 wurden die verschiedenen Teile dann in den Südturm des Fort Oberer Kuhberg transportiert. Der Ausstellungsraum wurde dafür auch auf Vordermann gebracht.

Gleichzeitig reifte auch der Entschluss, nicht nur das Geschütz, sondern auch alles, was dazugehört, nachzubauen – Rohrwischer, Kugelsetzer, Schartenläden, Fenster, das Hebezeug, um Geschützrohre von einem zum anderen Stockwerk zu transportieren. Das Geschütz ist übrigens nicht schussfähig – O-Ton Schatzmeister Uli Dewein: "Wir sind schließlich ein Geschichtsverein, kein Militärverein."

Am 8. Juli wurde die Arbeit der Öffentlichkeit präsentiert, Oberbürgermeister Gunter Czisch, der die Ausstellung eröffnete, sagte: "Da ist soviel Leidenschaft bei euch, das ist schon bemerkenswert." Die Ausstellung eines Geschützes an einem originalen Standort anstelle in einem großen Museumsraum sowie die komplette Rekonstruktion von Geschütz und Zubehör ist einmalig in Europa. Es ist übrigens ausdrücklich erwünscht, bei Führungen selbst Hand an Hebezeug und Geschütz anzulegen.

Matthias Burger, Markus Staigmüller und Gunter Czisch bei der Eröffnungsfeier

Vereinsvorsitzender Matthias Burger, Projektleiter Markus Staigmüller und Oberbürgermeister Gunter Czisch bei der Eröffnungsfeier.

INFO

Der 1974 gegründete Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. kümmert sich um den Erhalt der verschiedenen Festungsbauwerke bis in die Reichsfestungszeit in und rund um Ulm/Neu-Ulm. Öffentliche Führungen gibt es jeweils am 1. Sonntag im Monat um 14 Uhr im Fort Oberer Kuhberg und am 3. Sonntag im Monat um 11 Uhr in der Wilhelmsburg.

Die Bundesfestung Ulm, die von 1842 bis 1859 erbaut wurde, gilt als größte erhaltene Festungsanlage in Deutschland und als eine der größten in Europa. Mehr Infos zur Festung gibt es unter www.bundesfestung.de

Bilder: Michael Vogt

Veröffentlicht in den Kategorien:Region und Stadtgeschehen
Tags: Bundesfestung, Festung, Fort, Geschichte, Geschütz, Kanone, Ulm

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