Team-Ulm wird täglich von rund 10000 Nutzern besucht
Ulm (huda).
![]() |
Sie gehören zum "Kernteam" des Team-Ulm (v.l.): Julian Herzog, Manuel Gradwohl, Gründer Andreas Buchenscheit, Swen Schulmeyer und Stefan Kaufmann
|
"Andere erfreuen sich am Applaus, wir an unseren Besucherzahlen", sagt Andreas Buchenscheit, der vor fünf Jahren zusammen mit seinem Schulfreund Michael Reimann das Internetportal Team-Ulm ins Leben gerufen hat. Und die Besucherzahlen können sich sehen lassen: Rund 10000 besuchen täglich die Seite. Was als Schülerprojekt begann, mauserte sich zum beliebtesten Online-Angebot in der Region. Rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiter - vorwiegend junge Leute im Alter von 17 bis 27 Jahre - fotografieren auf Partys, geben Tipps, in welcher Disko, welchem Club die beste Musik läuft. Ganz zu schweigen von der eigens programmierten Online-Community "Communix".
An ihren nachtblauen Poloshirts mit der weißen Aufschrift Team-Ulm sind sie nicht nur im Ulmer Nachtleben zu erkennen. Der Auftritt scheint generell bis ins Detail professionell durchorganisiert zu sein: Die Mitarbeiter müssen sich offiziell bewerben, erhalten Ausweise, wenn sie für für das Team unterwegs sind und einmal im Monat trifft man sich zur Besprechung. Die beiden Gründer Andreas Buchenscheit und Michael Reimann sind nach wie vor für die Organisation des Internetauftritts verantwortlich, haben aber mittlerweile ein gut 20-köpfiges "Kernteam" um sich geschart, in dem jeder einzelne ganz bestimmte Aufgaben übernommen hat: Manuel Gradwohl zum Beispiel koordiniert den Fotografeneinsatz, Julian Herzog sortiert die unzähligen Bewerbungen neuer Mitarbeiter, die ständig ankommen und schickt die dreiseitigen Fragebögen raus. Wichtig sei, dass die Bewerber schon früher ehrenamtlich in Vereinen oder Jugendclubs tätig waren. "Denn Leute, die lediglich freien Eintritt in die Diskos und Clubs wollen, können wir nicht brauchen", macht Andreas Buchenscheit klar.
Swen Schulmeyer hat sich vor allem der Suche von Eventpartnern verschrieben, eine reizvolle Aufgabe für den 22-Jährigen, der auch beruflich später ins Veranstaltungsmanagement einsteigen möchte. Und ein wichtiger Part, denn das technische Equipment, dass diese Leistungen stemmt, kostet auch. "Zwei Hochleistungsserver in einem Nürnberger Rechnenzentrum sorgen nun für die nötige Rechenpower", ergänzt Buchenscheit.
Kulturangebot wird erweitert
Stefan Kaufmann aus Altenstadt ist der redaktionelle Kopf des Teams, der gerade auch ein Konzept austüftelt, um die aktuelle Kulturberichterstattung noch auszubauen. Vor allem sollen künftig mehr Theaterveranstaltungen angekündigt werden, aber auch den Freizeitbereich will das Team intensivieren. "Schließlich ist Ulm eine tolle Stadt, in der man wirklich viel unternehmen kann", setzt Stefan noch überzeugend hinzu und erntet zustimmendes Nicken von seinen Kollegen.
Nicht verschwiegen wird auch, dass hinter dem Service, den auch User aus dem weiteren Einzugsgebiet wie Memmingen und Günzburg nutzen, ein enormes Engagement steht mit einem erheblichen Zeitaufwand. Doch wenn alles so super läuft und offensichtlich auch noch eine Marktlücke entdeckt wurde, warum dann nicht dick Kohle dran verdienen? "Das wollen wir keinesfalls", sagt Buchenscheit, "das war von Anfang an nie unser Ziel." Vielmehr stünde der Spaß im Vordergrund. Dem Ego gut tut freilich auch die Anerkennung gut, erzählen die Jungs. Klar, sei es ein gutes Gefühl, in eine Veranstaltung zu kommen und innerhalb weniger Minuten von einem Pulk fotobegeisterter Leute umgeben zu sein. "Ich habe im Fasching innerhalb von einer halben Stunde 75 Fotos gemacht. Da war die Stimmung einfach spitze", erzählt Manuel. Kein Wunder, dass vor kurzem der Server einmal kurzfristig den Geist aufgab. "Das war die reinste Katastrophe", sagt Buchenscheit, "die Mails, was los war, stauten sich regelrecht". Ein Glück, dass jetzt wieder unter www.team-ulm.de alles rund läuft.