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ALCINA – Theater Ulm

(redback) - Dramma per musica in drei Akten nach Ludovico Ariosts (1474 – 1533) „Orlando furioso“ von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759).
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der verzauberte Astolfo berichtet von Alcinas Macht.
Als Mann verkleidet hat Bradamante Alcinas Insel erreicht. In Begleitung Melissos will sie ihren Verlobten Ruggiero finden, der Alcinas verführerischem Zauber verfallen ist und seine Freunde und seine Liebe vergessen hat. Als Morgana, Alcinas Schwester, die Fremden willkommen heißt, verliebt sie sich in den vermeintlichen jungen Krieger. Da erscheinen Alcina und Ruggiero, die sich öffentlich zu ihrer Liebe bekennen. Noch ein junger Mann irrt über Alcinas Insel: Oberto sucht verzweifelt nach seinem verschollenen Vater.
Bradamante stellt Ruggiero zur Rede, der sie aber in ihren Männerkleidern nicht erkennt. Auch Melisso kann nichts erreichen. Ruggiero verspottet die Moralapostel. Nun hat Bradamante aber ein neues Problem: Morganas Geliebter, Oronte, ist eifersüchtig auf den fremden "jungen Mann" und denunziert ihn bei Ruggiero: Alcina habe bereits ein neues Verhältnis mit dem fremden Krieger, und er, Ruggiero, werde bald wie alle abgelegten Liebhaber Alcinas in ein Tier verwandelt. Ruggiero stellt Alcina zur Rede. Verletzt beteuert Alcina ihre Treue und lässt ihren Geliebten mit den Fremden zurück. Bradamante gibt sich Ruggiero zu erkennen, er schenkt ihr jedoch keinen Glauben. Alcina soll nun als Beweis ihrer Liebe den verhassten Nebenbuhler beseitigen. Morgana will "den schönen Fremden" schützen.
Durch eine List Melissos und einen magischen Ring erhellt sich Ruggieros Verstand und sein Pflichtgefühl kehrt zurück. Als ihm schließlich Bradamante gegenüber steht, hält er sie für einen Zauber Alcinas und stößt sie erneut von sich. Alcina und Morgana spüren, wie sich ihre Liebhaber entfremden. Als Oronte einen geheimen Fluchtplan Ruggieros meldet, bricht Alcinas Herz.
Auch Morgana entdeckt ihren Irrtum und sieht sich betrogen. Ruggiero nimmt Abschied von der Zauberinsel, während Alcina ein letztes Mal versucht, ihre magischen Kräfte zu beschwören.
Morgana und Oronte söhnen sich aus. Alcina versucht dagegen vergeblich, Ruggiero zurück zu gewinnen. Dieser droht ihr, wenn nötig mit Gewalt für seine Freiheit zu kämpfen. Gemeinsam mit seinen Verbündeten Melisso und Bradamante bezwingt Ruggiero die gebrochene Zauberin. Von ohnmächtigen Rachegefühlen getrieben, hetzt Alcina den jungen Oberto mit einem Speer auf seinen eigenen Vater in Tiergestalt. Doch Oberto richtet die Waffe gegen die schöne Magierin. Alcinas Macht ist gebrochen. Tiere, Bäume und Felsen finden wieder zu ihrer menschlichen Gestalt und wenden sich ihrem alltäglichen Leben zu. Einsam und stumm bleibt Alcina zurück, während ihre Insel jeglichen Zauber verliert.

Georg Friedrich Händels „Alcina“ (Uraufführung 1732, London) zählt als eine der letzten Kompositionen seines vierzigjährigen Opernschaffens zu den musikalisch anspruchsvollsten und szenisch reichsten Werken des musiktheatralischen Hochbarocks. Bilder zum Hören und Musik zum Schauen kennzeichnen die Emblematik dieses Musiktheaters, für das Sinnlichkeit und Formbewusstsein kein Widerspruch sind.

In der Inszenierung von Igor Folwill, die ihre Premiere am 24. April 2008 im Großen Haus des Ulmer Theaters feierte, setzt das Philharmonische Orchester unter der musikalischen Leitung von Gordian Teupke zusammen mit dem Opernchor und der Statisterie des Ulmer Theaters Händels Operntypus "Dramma per musica" der aus einer Folge von Secco-Rezitativen und Da-capo-Arien besteht, gekonnt um.

Die dreistündige Oper ist voraussichtlich noch bis Ende Juli zu sehen. Weitere Infos, Preise und Reservierungen gibt es unter www.theater.ulm.de.

Fotos: Jochen Klenk

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